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Ein Teller Buntes

Endlich! Das Gesetz ist geschnürt und wartet aufs obligatorische Durchwinken. Die Bayern haben zwar noch so ihre Zweifel, aber unsere Kinder sind gerettet und gewisse Politiker, die sich bislang am wehementesten für dieses Glanzstück der deutschen Legislative zu Wort gemeldet haben, können sich nun in guter vorweihnachtlicher Tradition, neuen Taten... Lächerlichkeiten... überzogenen, unwirksamen und an der Lebensrealität vorbeizielenden Machtphantasien zur Bevormundung der Bürger hingeben, die dann gegen alle Vernunft bald sicher auch in einem Gesetz landen. Damit das bisher Beschlossene auch ordnungsgemäß durchgesetzt werden kann, wird man natürlich auch 'moderne Methoden der Strafermittlung' nutzen müssen, denn "Kinderschutz geht vor Datenschutz", wie Roland Profalla gleich mal kommentierte, damit mal schnell klar wird, wo die Reise hingeht.


Ich freue mich drauf schon bald in einem sicheren, fröhlichen Staat zu leben, in dem man sich frei entfalten kann, solange man immer genau drüber nachdenkt dass man gerade nicht ein unsinniges Gesetz bricht oder einen falschen Satz ohne gute Kryptographie kommuniziert (solange die noch erlaubt ist, schließlich geht es ja nicht an, dass Terroristen geheime Absprachen treffen können). Ganz so wie in den "guten" alten Zeiten; nur eben mit moderneren Mitteln im Hochglanzkostüm des Kapitalismus, wo Freiheit über Konsum definiert wird.


apropos Konsum: Frohe Weihnachten!
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Nachtrag: 32

Ich habe es prophezeit. Neben dem üblichen Geplärre in den USA, welches sich von den Trigger-Happys hierzulande etwas unterscheidet, ist heute hier zu lesen:

"Nach dem Amoklauf in Blacksburg in den USA vergangene Woche forderten unter anderem Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), und der rheinland-pfälzische Philologenverband erneut ein schärferes Vorgehen gegen beziehungsweise ein Verbot von Gewalt verherrlichenden Computerspielen. Am Donnerstag findet im Bundestag eine Anhörung zum Thema "Jugendmedienschutz und gewalthaltige Computerspiele" statt."

Falls irgendjemand der dies liest in seinem Bekanntenkreis einen labilen Jugendlichen hat, der nachweislich keinen Computer besitzt, dann möge er ihn doch bitte ermutigen mal als leuchtendes Gegenbeispiel Amok zu laufen. Aber ich fürchte, selbst dann wird die Tatsache, dass diese Person nie Kontakt zu "Killerspilen" hatte, von den üblichen Pfeiffe(r)n fleissig ignoriert und reflexartig auf den gewalttätigen Computerspielen rumgehakt.

Wir basteln uns unsere eigene Realität - Lektion1:

"Im Falle des Amokläufers von Blacksburg, der am Montag an der polytechnischen Hochschule Virginia Tech 32 Studenten und Lehrkräfte und sich selbst erschoss, ist ein Zusammenhang zwischen gewaltverherrlichenden Videospielen und der Tat nicht erwiesen. [...] Am Computer habe er sich meist Musik und anderes heruntergeladen."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/88426

"Nach Aussage von Mitstudenten habe auch der Attentäter an der US-Universität in Blacksburg solche Spiele geliebt, erklären die Philologen."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/88493


Ich frage mich ernsthaft, wie man in der Öffentlichkeit stehend, so sehr in einen Wahn verfallen kann ohne zwangseingewiesen zu werden.
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kurz informiert: 32

Ein neuer Rekord. Herzlichen Glückwunsch Cho Seung Hui. 32 Kills mit nur zwei Pistolen, die auch noch unterschiedliche Munition verwenden, obwohl er in den USA problemlos ein Sturmgewehr hätte besorgen können. Der Besuch einer Universität bringt also sehr wohl was. So, und jetzt setze ich mich mit nem kühlen Bierchen vor die Kiste und warte auf die ganzen Statements, welche Musik, Computerspiele, Filme und Drogen als die ultimativen Auslöser der Tat benennen.
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ein 27 seitiger Witz

Ich geb mal ein paar Stichworte, die zum Denken anregen sollen ohne mich weiter darüber auszulassen als ich es eh schon getan habe:

-scharfe Waffen
-Cowboy & Indianer
-Bundeswehr
-Katharsis

Sollte es mit Deutschland und seiner Legislative so weitergehen, dann werde ich in spätestens 5-10 Jahren "wirklich" kriminell und gehe in den Untergrund. Die Behörden werden dann eh keine Zeit mehr finden um echte Verbrecher zu jagen. Wenn ich dabei reich genug werde, dann muss ich mich vor der Justiz ja eh nicht mehr fürchten.

Heute komm ich hier mit der Kommentierung der "schwachsinnigen" Meldungen kaum noch hinterher...
Leute, wacht auf und wehrt euch!!! Es wird höchste Zeit unser Land und unsere Freiheit zu verteidigen und zwar nicht hauptsächlich gegen "die Terroristen".
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Killerspielverbot im Bundesrat

Es ist soweit. Die intellektuell minderbemittelte Führungsriege der süddeutschen Einheitspartei hat es im Rahmen ihres Treffens in Wildbad Kreuth vollbracht und einen populistischen Gesetzesentwurf der Herstellung, Vertrieb und Verleih von "Killerspielen" und sonstigen indizierten Gewaltätigkeiten verbieten soll, in den Bundesrat eingebracht. Dieser ist so eng gefasst, dass sogar Cowboy und Indianerspiele bei denen Wasser- oder Erbsenpistolen zum Einsatz kommen zukünftig unter das StGB fallen dürften. Dass eine Zugänglichmachung indizierter Medien an Minderjährige auch heute schon unter Strafe steht, scheint dabei nicht weiter interessiert zu haben. Das Ganze ist ziemlich lächerlich, aber ich fürchte, dass ich dennoch bald an dieser Stelle die Verabschiedung dieses Gesetzes verkünden darf. Wie verlogen und scheinheilig diese Debatte von den Herren Beckstein, Stoiber und Schünemann geführt wird machen diese Links deutlich.
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Merkbefreite und ihre Realität

Es ist unglaublich, was derzeit in der Diskussion um den Triggerbegriff der "Killerspiele" abläuft. Da kündigt ein weiterer Jugendlicher, vermutlich aus ähnlichen Motiven wie Bastian Bosse, vielleicht sogar ernst gemeint einen Amoklauf an. Aber anstatt ihm psychologisch zu helfen wird eine Hetzjagt auf ihn gestartet, die schliesslich in seinem Selbstmord endet. Natürlich wurden "Killerspiele" auf seinem Rechner gefunden. Das liegt aber weniger daran, dass er Probleme mit sich und der Gesellschaft hatte sodern es dürfte wohl eher so sein, dass er in diesen Belangen ein VÖLLIG NORMALER Jugendlicher war. Man kann es nicht oft genug wiederholen: "Killerspiele" sind kein Grund für einen Amoklauf. Ich spiele "Killerspiele" seit ich mit 7Jahren meinen ersten Computer (C64) bekommen habe, lebe immernoch und verspüre wundersamer Weise auch nicht akut jemanden umbringen zu müssen. Quasi ALLE männlichen Bekannten meiner Generation spielen "Killerspiele". Es ist so NORMAL wie wenn Kinder "Cowboy und Indianer" spielen, nur eben nicht real sondern mit Maus und Tastatur vorm Bildschirm! Wem das klar ist, dem kommt bei der aktuellen Diskussion und Medienberichterstattung zu dem Thema regelrecht die Kotze hoch, wenn man lesen muss, dass ein IM Beckstein sogar den Konsum dieser Spiele mit Gefängnissstrafen belegen will. Wie realitätsfremd und inkompetent muss man eigentlich sein um soetwas vorzuschlagen!? Sollte dieses Gesetz wirklich in Kraft treten, dann rufe ich bereits jetzt alle "Killerspiel-Spieler" dazu auf sich umgehend selbst anzuzeigen. Ich hoffe es ist schönes Wetter, denn die Schlangen vor den Polizeirevieren dürften bei einer solchen Aktion etwas länger ausfallen.

Aber zurück zu den angekündigten Amokläufen. Es ist doch etwas verwunderlich, wie sehr sich diese jetzt angeblich häufen. Ich vermute doch mal ganz stark, dass dort unbedarfte Äusserungen, wie sie auch in diesem Blog zu finden sind, mal wieder zu blindem Aktionismus seitens der Exekutive geführt haben. Vielleicht hatten die zwei Realschüler, die diese Ankündigung in einem "Killerspiel"-Chatroom (oh Wunder ;)) gelesen haben wollen, auch einfach nur keinen Bock an Nikolaus in die Schule zu müssen und haben so einen kreativen Weg gefunden dieses für sich und viele andere Schüler in BW zu erreichen.


Ich kündige hiermit hochfeierlich an, dass ich am 25.Dezember in einer bayrischen Schule Amok laufen und alle sich dort im Gebäude aufhaltenden Schüler eigenhändig erwürgen werde. Vielleicht bekomm ich aber doch die abgesägte Schrotflinte zu Weihnachten, die ich mir gewünscht habe....
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