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Lohndumping wird Gesetz

Wie ich soeben in der tagesschau vernahm, wurde heute die sogenannte BlueCard eingeführt, mit der der Zuzug von Nicht-EU-Ausländern in ein deutsches Arbeitsverhältnis für Hochqualifizierte erleichtert werden soll. Geändert zum bisherigen Stand der Dinge hat sich im wesentlichen eines und das ist die Gehaltsschwelle. Bisher hielt die Politik eine Gehaltsschwelle von 66000€ p.A. für eine Nicht-EU-Fachkraft, die ach so dringend von der deutschen Wirtschaft benötigt wird, für angemessen. Künftig ist so eine "Top-Kraft" bereits für 32400 - 44800€ p.A. ins Land zu holen. Dabei ist es nicht etwa so, dass in den Branchen, wo der Kampf um die Mitarbeiter am stärksten ausgeprägt ist die höheren Schwellen gelten. Nein, ausgerechnet bei den Ingenieursberufen, wo der Fachkräftemangel am höchsten ist, gilt die niedrigste Schwelle. Für 34200€ fäng ein deutsche Ingenieur, der frisch mit dem Bachelor von der Uni kommt, derzeit wohl nur im eigenen Familienbetrieb an. In Zukunft darf ein deutscher Akademiker dann dank "BlueCard" mit einem Ausländer konkurrieren, der in ein "gelobtes Land" migrieren möchte und nur 6Monate Zeit hat eine Stelle zu finden, bevor sein Popo in einen Flieger gesetzt und zurück nach Indien geschickt wird. Sehr schön ist in dem Zusammenhang auch, dass seit Ausbruch der Wirtschaftskrise viele Tausend Ingenieure aus EU Ländern wie Spanien, Portugal und Griechenland sich mit ihren Bewerbungen anschicken den Fachkräftemangel in Deutschland abzumildern. Doch die deutsche Wirtschaft will sie nicht, weil sie halt ein europäisches Ingenierusgehalt als Verhandlungsbasis in ihre Unterlagen schreiben und dank der Gemeinschaftswährung sehr genau wissen wie die Lebenshaltungskosten und Abgaben mit dem innereuropäischen Gehaltsgefälle zu verrechnen ist.

Man darf nur hoffen, dass dieses, im internationalen Vergleich ohnehin recht uninteressante Gehaltsgefüge (ich schrieb es ja schon im letzten Beitrag) viele potentielle Zuwanderer von alleine abschrecken wird. Ich beführchte jedoch das der Plan der Wirtschaft zumindest ein Stück weit aufgeht und genügend Asiaten nach Deutschland kommen wollen um das Lohngefüge weiter unter Druck zu setzen. Wo käme man da auch hin, wenn die Arbeitnehmer auf einmal alle merken was ihre Arbeit wert ist. Ich bin jedenfalls nicht scharf darauf dieses Spielchen weiter mitzumachen und werde dieses Land wohl bald verlassen. 

Auf meine Steuern in Höhe von etwa 25000€ p.A. kann der deutsche Staat bestimmt locker verzichten und ich kann in Zukunft meine Steuern in einem Nicht-EU-Staat in geringerer Höhe bei nahezu doppeltem Gehalt entrichten. Also quasi eine triple-win Situation. Die deutsche Wirtschaft hat ihr Lohn-Dumping, ich habe endlich genug Anreiz diesen Schritt zu tun und mein neues Land freut sich über eine deutsche Fachkraft. Oh Moment.. der Staat bleibt auf der Strecke und langfristig wohl auch der gute Ruf von "Made in germany"... tja selbst schuld.

Soll die deutsche Wirtschaft mit ihren Lohnsklaven aus Fernost glücklich werden... das wiederrum bezweiffle ich stark. Ich komme dann zur Rente wieder, und hoffe dass man bis dahin noch immer so billig in Deutschland leben kannn, weil sich eh kaum jemand etwas leisten kann dank der knappen Haushaltskassen, die diese Politik zementiert.

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Lufthansa

Nachdem ich seit langem nichts mehr hier geschrieben habe, dachte ich mir, dass es mal wieder an der Zeit ist. Ich könnte jetzt in üblicher Art und Weise anfangen einen bissigen Kommentar zu Bundestrojanern und Piratenpartei abzugeben, aber das Thema ist ja schon fast durch und es wurde nahezu schon alles gesagt, was mir dazu einfallen würde. Also möchte ich heute mal aus gewohnten Pfaden ausscheren und an dieser Stelle meinen Unmut über die Lufthansa kundtun. Da mein Beruf es so mit sich bringt, dass meine physische Anwesenheit häufig dort gewollt ist, wo ich gerade nicht bin, fliege ich etwa wöchentlich etwas durch die Gegend. Mein "Heimatflughafen" ist der knuffige PAD. Hieraus ergibt sich, dass ich regelmäßig den Zubringer nach MUC nutze, da man von München ein klein wenig mehr Auswahl hat, was die Reiseziele angeht. Im Optimalfall bleibe ich gleich am Jobmagnet München kleben und kann mir den Weiterflug sparen.

Mit diesen wöchentlichen Flügen nach und von München habe ich leider schon zu oft sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Es scheint mir so, dass die Fluglotsen grundsätzlich zuerst die Strecken von und nach Paderborn verschieben, wenn sie in München einen Start-/Landeslot brauchen, denn es war im letzten halben Jahr KEIN EINZIGER dieser Flüge wirklich pünktlich.

Heute gab es dann den aktuellen Jahres-Rekord: Mit 1h delay in PAD los, über München dann nochmal einen halbe Stunde gekreist und nach der Landung war mein ebenfalls um 30Minuten verspäteter Anschluss trotzdem schon weg. Nun war heute wirklich ein Extremfall, da über München eine Nebelsuppe sondergleichen lag, aber dennoch -> irgendwas ist immer.

Ich werde nun an dieser Stelle einmal bis auf weiteres alle meine Flüge jeweiliger Verspätung auflisten:

Edit: Da der Anschluss die letzten beiden Wochen auch nicht mit Pünktlichkeit glänzte, werde ich diese Flüge mit listen, aus Datenschutzgründen werde ich die konkreten Flugnummern jedoch nicht mehr mit listen

17.10. - 1,5h .. resultierende Gesamtverspätung am Zielort: über 3h

21.10. - etwa 10 Min. (quasi pünktlich) ...yay

24.10. - 45Min .. resultierende Gesamtverspätung: nur 30Min, da der Anschluss ebenfalls Delay hatte (Glück im Unglück ;)

27.10. - 1h (zum Glück ausnahmsweise heute kein Anschluss nötig)

29.10. - 45Min.

31.10. - paar Minuten. Also pünktlich... Kunststück! Morgen ist Allerheiligen und die Leute, die heute in den Flieger gestiegen sind konnte man an einer Hand abzählen.

03.11. - bis jetzt 1h und ich bin noch nichtmal losgeflogen. Die LH hat offenbar aus Sparsamkeitsgründen den 19Uhr und den 20Uhr Flug zusammengelegt, denn auf der Anzeige war "mein" Flug 5Minuten vor Boarding noch pünktlich als dann plötzlich, zeitgleich mit der Annulierung des 20uhr Fluges, - oh Wunder- der 19Uhr Flug auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Er startet nun um -oh Wunder- 20Uhr. Ob ich meinen Anschluss noch bekomme, konnte mir niemand sagen - "Da müssen Sie in München mal schauen" - klar..super.. Wofür werden die Pansen an den Countern eigentlich bezahlt, wenn sie nicht einen Deut mehr machen(können) als eine Anzeigetafel resp. das Internet oder ein Ticketautomat? Vermutlich kann ich meinen Anschluss vergessen und mich schonmal auf eine Nacht im Hotel in MUC einstellen. Danke Lufthansa - echt super Kundenservice!

Nachtrag: Der Anschluss hatte auch 35Minuten angekündigte Verspätung. Nachdem ich mich direkt am Ausstiegsgate nach meinem Anschluss erkundigte und vorangemeldet wurde, blieb das Gate noch 1-2Minuten offen damit ich den Flieger nach einem Spurt quer durch den Flughafen noch gerade so erreichen konnte. Effektive Verspätung: ca. 50Minuten.

07.11. - 45Min.

17.11. - PÜNKTLICH! BEIDE FLÜGE!!

14.11 - Bis jezt 1:55h angekündigt; umgebucht bin ich schon und es werden min. 3h am Zielort. Nachtrag: Es wurden etwa 3,5h.

17.11. - PÜNKTLICH!!!

Ende des Jahres oder bei zwei unverspäteten Flügen in Folge werde ich abbrechen. 

p.S. sagte ich schon, dass die angesagten Verspätungen immer eine untere Grenze der tatsächlichen Verspätung darstellen?

Wenn vor dem Boarding bereits 20 Minuten angesagt sind, dann kann man getrost 30Minuten einplanen. Wennn man noch einen "persönlichen" Puffer will besser 50Minuten. Wenn die angesagte Verspätung sich der 2h Grenze annähert, dann kann man sich schonmal mit dem Gedanken anfreunden, dass man einen anderen Flug nehmen muss, der nich unbedingt genau dorthin geht wo man gerne landen würde ;)

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GDL - Zwerg im Dauerstreik
Kommentare (1)  Permalink

GDL - Zwerg im Dauerstreik

 Die GDL(Gewerkschaft deutscher Lokführer) streikt; schonwieder! Genaugenommen befindet sich diese Minigewerkschaft im Dauerstreik, wenn man die vielen kleinen Streiks in lokalen Nahverkehrsverbänden betrachtet, die übers Jahr verteilt ausgetragen werden. Dabei ist es der kleinen Gewerkschatft offenbar vollkommen egal, dass sie für ihre knapp 20000 Mitglieder zigtausende Bahnkunden schädigt. Besonders abstrus wird die Betrachtung der Situation wenn man weiß, dass die GDL gezielt jeder Tarifverhandlung der beiden grösseren Gewerkschaften Transnet und GDBA -pardon, seit Ende letzten Jahres DER EINEN anderen großen Gewerkschaft EVG- aus dem Weg geht und erst dann das Streiken anfängt, wenn die EVG (bzw. ihre Vorgänger in Tarifunion) bereits einen Tarifabschluss in der Tasche hat(ten), der dann immerhin für das zwölffache an Bahn-Belegschaft gilt, den die GDL vertritt. Selbst gezielte Einladungen der "großen Brüder" zu gemeinsamen Verhandlungen wurden ausgeschlagen, weil man ganz offensichtlich immer sein eigenes Fass aufmachen will.

Die Krönung der Skurrilität offenbart sich im aktuellen (sog.) "Tarifkonflikt": Die Hauptforderungen der GDL gehen an die KONKURRENZ der DB und trotzdem wird in erster Linie die DB bestreikt. Dabei ist man nicht einmal gewillt an den Verhandlungstisch zu treten bevor man die Keule auspackt, denn sämtliche Angebote in dieser Richtung wurden ignoriert und abgeschmettert. Streik war offenbar von Anfang an Ziel statt letztes Mittel.

Manch einer wird sich vielleicht fragen, wie diese Minigewerkschaft diese ständigen Arbeitskämpfe finanziert, denn die etwa 20000 Mitglieder werden wohl kaum derart hohe Summen zahlen, dass man einmal im Jahr einen bundesweiten Großkonflikt mit der DB und diverse kleinere Streiks mit Nahverkerhsverbünden austragen kann. Richtig! Aber dazu gibt es ja den Deutschen Beamtennbund! Dieser Dachverband vieler kleiner Gewerkschaften und Länderverbänden, scheint seit Beginn der engeren Zusammenarbeit zwischen Transnet und GDBA im Jahre 2005, keine Gelegenheit auszulassen um die einzige Verkehrsgewerkschaft, die ihm noch geblieben ist, ordentlich zu pushen. Es scheint, man bezwecke damit, der ehemaligen GDBA in den Hintern zu treten, indem man sagen kann:"Seht her! Wir haben für unsere Mitglieder einen besseren Abschluss erreicht und auch vor Streik nicht zurückgeschreckt!"

Durch den dbb sind vielleicht sogar Sie werter Leser jemand, der diesen Zwergenaufstand mitfinanziert und zum Dank noch die stundenlangen Verspätungen in Kauf nehmen muss, falls Sie mit der Bahn pendeln. Dass diese Streiks, der nichtmal 0,025% der deutschen Bevölkerung, durchaus ernsthafte Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft haben oder zumindestens haben können, versteht sich von selbst.

Für diese Streiks kann man -selbst als "Linker"- kein Verständnis haben und es wird Zeit, dass die GDL und der dbb endlich am Zügel genommen werden, damit sie ihre gefährlichen, egomanischen Amokläufe unterlassen.

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