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kurz informiert: principia discordia hassia

Der Diskordianismus des hessischen Landtages ist ebenso unterhaltsam wie begrüßenswert. Ich frage mich ob denen der ganze Spaß von alleine einfällt oder ob ihnen in der Kantine was ins Essen gemischt wird :)

Wenn das so weiter geht, gibt das noch richtig gute, demokratische Politik in Hessen, die sich abseits aller Partei- und Flügelkämpfe entfaltet.

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Sinn und Unsinn

Ich sah soeben auf BR-alpha eine "Lesch und Co."-Sendung in der Harald Lesch und ein befreundeter(?) Theologe über den Sinn des Lebens philosophierten. Als Quintessenz des Gespräches, so kann man wohl sagen, kam heraus, dass jeder Mensch in der Summe all seiner Erfahrungen für sich ganz persönlich seinen Sinn finden muss und die Suche danach solange man lebt nie wirklich abgeschlossen ist. Um den Sinn in sich zu erkennen und zu akzeptieren müssen jedoch Ruhephasen eingelegt werden, in denen man quasi aus seinem alltäglichen Trott (hier wurde ein Hamster im Laufrad als Vergleich herangezogen) ausbricht. So können unter anderem auch und gerade Rückschläge durch das Nichterreichen der Ziele, die man sich selbst gesteckt hat, einem beim Vorankommen in seiner Sinnsuche helfen. Gerade weil eben diese beiden Dinge in der aktuellen vom puren Leistungsdruck getriebenen Gesellschfaft fehlen, kommt es immer häufiger vor, dass die Menschen den Sinn nicht mehr finden und "neben sich stehen". Des weiteren kam der Gemeinsinn zur Sprache, welcher als "Essenz" dessen was alle Menschen als Individuen für sich als Sinn erkennen, bezeichnet werden kann. Der Gemeinsinn ist dabei jedoch mehr als nur die grobe Schnittmenge oder ein demokratischer Mehrheitsentscheid und leidet auch deutlich unter dem Problem der fehlenden Sinnreflektion.. Soweit eine kurze Zusammenfassung dessen, was in der Sendung vorkam bzw. wie ich es verstanden habe.

Ich für meinen Teil mache mir zu diesem Thema schon lange Gedanken ohne es zu wissen. Ich denke, in dieser Sinnfrage könnte eine mögliche Lösung zu den Problemen, die die Welt aktuell hat, liegen. Auf der einen Seite sind die "Wirtschaftssüchtigen" und auf der anderen Seite die "Spiritualisten", wie ich sie hier mal nennen möchte. Die Wirtschaftssüchtigen sind all diejenigen, denen materieller Besitz (und dazu zählt in dem Fall die eigene Familie auch) das Wichtigste ist. Hierzu zählen Wirtschaftsgrößen, konservative Politiker und all jene "Normalbürger", die getrieben vom wirtschaftlichen Überleben ihr ganzes Leben verbringen ohne andere Möglichkeiten zu (er-)kennen. Die Spiritualisten sind jene am anderen Ende der Skala, die völlig losgelöst von weltlichen Dingen ihr Leben fristen und ihr Leben völlig geistlichen Dingen widmen oder sich im "religiösen Wahn" befinden. Dazu können z.B. 'überzeugte' Drogenkonsumenten oder Mönche gehören. Der Durchschnittsmensch befindet sich irgendwo dazwischen.

Nun leben wir in einer Zeit, die hauptsächlich von Wirtschaftssüchtigen bevölkert zu sein scheint und diese verlagern das Gewicht eben in ihre Richtung der Skala. Wir sind dabei an einem Punkt angekommen, an dem die "Mittleren" mehr und mehr das Gefühl bekommen, dass auf der spirituellen Seite etwas fehlt. Die Auswirkungen sind Depressionen die in Lethargie, Selbstmord und Amokläufen enden. Auf der anderen Seite sehen die "Wirtschaftssüchtigen" das Problem nicht mal. Für sie ist die Welt völlig in Ordnung und sie versuchen ihr Bestes, Voraussetzungen zu schaffen, die ihrer Meinung nach allen "Schwächeren" die Möglichkeit bietet aufzuholen und an ihrem "erfüllten Leben" teilzuhaben. Dass es jedoch Menschen gibt, die garnicht auf diese Weise leben wollen bzw. können wird bestenfalls als Randnotiz abgetan. Die Versuche die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen so zu gestalten, dass eben jener Optimalzustand eintritt, ist Teil des Problems. Dadurch wird der Gemeinsinn derart (gewaltsam) verschoben, dass viele Menschen davon betroffen, ungewollt in das andere Extrem verfallen, weil sie die immer deutlichere Diskrepanz zwischen ihrem persönlichen Sinn und dem (scheinbaren) Gemeinsinn erkennen. Daraus folgt eine absolute Scheißegal-Mentalität, die wiederum nicht ins eigene "Sinnbild" passt, was wiederum in Depression und Lethargie münden kann. Das Paradebeispiel wäre wohl ein Durchschnittsbürger, der als Alkoholiker zu Grunde geht, nachdem er Job, Frau und Kinder verloren hat.

Die Lösung zu dem Problem wird aber gewissermaßen gleich mitgeliefert: Man muss sich die Divergenz zwischen dem persönlichen Sinn und dem Gemeinsinn vor Augen halten und verstehen, dass es gut so ist und man selbst nichts falsch macht. Wenn man erkennt, dass sein Lebensinhalt nicht das stetige Streben nach wirtschaftlicher Macht, großem Reichtum und viel "gesellschaftlicher" Anerkennung ist und man dennoch mit sich selbst zufrieden ist, dann ist der erste große Schritt getan und man hat seine persönliche Sinnposition soweit gefestigt, dass man nicht mehr akut von einem "Absturz" bedroht ist. Des Weiteren kann man damit beginnen auf sein Umfeld einzuwirken und so die Verhältnisse zu ändern und vor allem die "Wirtschaftssüchtigen" ein wenig in Richtung "Spiritualität" zu ziehen. Dies ist sicher ein schwieriger Prozess und das größte Problem dürfte sein, dass man seine Motivation verliert, weil man keine sichtbaren Ergebnisse bekommt. Vermutlich konnte kaum ein Leser aufgrund dieser paar Zeilen und meiner schriftstellerischen Unfähigkeit meine Gedanken nachvollziehen, aber ein Versuch war es wert....

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Ein neuer Rekord. Herzlichen Glückwunsch Cho Seung Hui. 32 Kills mit nur zwei Pistolen, die auch noch unterschiedliche Munition verwenden, obwohl er in den USA problemlos ein Sturmgewehr hätte besorgen können. Der Besuch einer Universität bringt also sehr wohl was. So, und jetzt setze ich mich mit nem kühlen Bierchen vor die Kiste und warte auf die ganzen Statements, welche Musik, Computerspiele, Filme und Drogen als die ultimativen Auslöser der Tat benennen.
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Trotz einiger Bemühungen so wenig wie möglich von den wahren Motiven ans Tageslicht treten zu lassen, während man auf den "Killerspielen" rumhackt, gibt es einige Medien(Abschiedbrief), die nicht bereit sind treudoof die Augen zu verschliessen und so offenbart sich dem suchenden Auge doch manches, was die wahren Hintergründe der Tat betrifft. Hier ein paar Auszüge aus Bastians Blogeinträgen, für alle die Links aus Prinzip nicht lesen oder die Seite hier nach einem Klick nicht wiederfinden oder... :


"ich werde den rest meines lebens ein abgefuckter looser sein, und da mir alles egal ist bekomme ich auch keinen abschluss. das ist die hölle, wenn einem alles egal ist. ich mein; ich lerne nicht mehr, ich beteilige mich nicht mehr und...ich tue eigentlich gar nichts mehr ausser vor mich hinvegetieren. es ist die hölle auf erden." 7. Jun 2005

"Leider musste ich in den letzten Wochen nicht nur feststellen das mein (damals) bester Freund sich an das Mädchen ranmacht das ich liebe, und auch sonst ein Arschloch ist, nein! Jetzt durfte ich auch noch erfahren das sie ihn liebt! Meine derzeitigen Gefühle lassen sich nicht wirklich in Worte fassen." 4. Jun 2005

"Dann sollten wir halt eine Abschiedsbrief im namen der Katze schrieben (KINDERGARTEN!!!) Also hab ich da halt das hingeschrieben was die Lehrerin hören wollte, aber als ich drangenommen wurde sagte ich das ich nihct vorlesen will.
Lehrer: Gibt es einen besonderen Grund warum du nicht lesen möchtest?
ResisX: Nein, ich möchte einfach nicht...
Lehrer: Also Arbeitsverweigerung?
ResisX: ...Ja.
Lehrer: Möchtest du das ich dir eine 6 aufschreibe?
ResisX: ...Ja, geben sie mir eine 6.
Lehrer: Du weisst das auch so eine 6 die Versetzung gefährden kann oder?
ResisX: Ist mir egal, schreiben sie's auf!
Lehrer: Seit wann ist dir das egal Bastian?
ResisX: ...Seit 2 Minuten (KA warum ich das gesagt habe...)
Lehrer: Das ist nicht Lustig Bastian!
ResisX: Ich weiss, deswegen lache ich auch nicht!
Lehrer ..." 30. Mai 2005

"Nun sitze ich hier, die Sonne brennt auf unser schwarzes Dach, und in meinem Zimmer ist es wie in der Hölle. Ich sitze hier an meinem Rechner, esse ein Eis und höre "Nothing" von "A", ein Lied das mich an eine Bestimmte Person erinnert die ich liebe. Ich mache mir Gedanken, überlege was die anderen jetzt wohl machen; Meine Familie hat Besuch und sitzt unten im Garten, meine "Freunde" sind warscheinlich im Freibad, ...das Freibad; Ein Ort an den ich schon lange nicht mehr gehe, "zu öffentlich" mein Argument, will den Menschen aus dem Weg gehen, um nicht noch mehr Scheiße zu erleben. [...] Damals war es schlimmer, das 5-8 Schuljahr war das extremste, jetzt hat es sich gelegt, es ist nict mehr so schlimm. Doch die Wunden sind geblieben, nicht nur Körperliche, nein, meist seeliche Wunden, und die Frage: Warum hat man das getan quält mich ebenfalls noch heute. Die meisten wissn es nicht, dachten ich ging jeden Tag zur Schule, mache nicht mit und geh wieder nach Hause. Das einzigste Mal das etwas wirklich nach aussen drang, war als man mir einen glühenden Fahrradschlüssel auf die Hand presste...da hat der Schulleiter Anzeige erstattet. Das wars dann aber auch. Von den anderen Dingen wollte niemand was sehehn, oder sie hat niemand gesehen. Sehen...ich überlege gerade wie es auf dieser Welt wäre wenn niemand etwas sehen würde... wären dann alle Menschen gleich? Jedenfallswürde niemand auf deine Kleidung achten,du selber warscheinlich auch nicht. Wie auch immer..." 26. Mai 2005


...und die Politik ist damit beschäftigt sich mit Verbotsforderungen nach Computerspielen zu überschlagen. Leider ist es genau diese Oberfächlichkeit, was zukünftigen Amokläufern ein dicken Tropfen in das Fass bring, das dann eines Tages überläuft.

"Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist." - Niccolò Machiavelli
"Wir sind mit sehenden Augen blind." - Hartmann von Aue

Ich frage mich, ob ich dieses Blog in ein paar Jahren auch mal so geil promoten soll wie Basti. Der hatte auch keine Hits bis vorgestern :>
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