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Fünf Parteien

Heute mal etwas ganz neues auf dieser Seite. Ein Blogeintrag, der vorraussichtlich weitestgehend ohne Sarkasmus auskommen wird. Gestern war die Stadtratswahl in Hamburg, bei der die Linkspartei nach den Wahlen in Hessen und Niedersachen wiederum locker die 5%-Hürde übersprungen hat. Ein totales Patt-Fiasko wie in Hessen hat es zum Glück nicht gegeben, obwohl die SPD im Vorfeld der Wahl die Tür zu dieser Möglichkeit aufmachte, als sie jegliche Zusammenarbeit mit der Linken kategorisch ausschloss. Man stelle sich vor, die CDU hätte "nur" 3% mehr Richtung SPD verloren... naja, es ist nicht so gekommen und so hatte die SPD Glück im Unglück und sieht sich nicht mit einer verschärften Version der hessischen Verhältnisse konfrontiert.

Aufgrund dieser kategorischen Ablehnung der Linkspartei im Vorfeld der Wahl, ist es umso erstaunlicher, dass einen Tag nach der Wahl die Parteilinie eine derart deutliche Kurskorrektur erfährt. Haben die Herren bei der SPD es wirklich nicht kommen sehen? Glaubten die wirklich, dass die Linkspartei nach all dem, was die SPD ihren Stammwählern der Vergangenheit angetan hat bedeutungslos bleibt, wenn man sie nur lang genug totschweigt und ignoriert? Meiner Meinung nach hätte man viel eher darüber nachdenken müssen, wie man mit einer Situation umgehen soll, die in Hessen eingetreten ist. Komplette Verweigerung und die Wahl solange wiederholen, bis einem das Ergebnis gefällt? Ich begrüße ausdrücklich, dass die SPD nun ENDLICH die Konsequenzen zieht und die Linke anerkennt. Wäre dem nicht so, hätte das bisschen Demokratie, was wir noch haben zunehmend Schaden erlitten, denn es sollte doch klar sein, dass hinter den Prozenten auch Meinungen eines nicht zu knappen Teils der Bevölkerung stehen. Mit den Grünen war es in den 80er Jahren ja nichts anderes... alle haben sie ignoriert, bis sie schließlich so groß waren, dass man sich ihnen nicht mehr vollends verweigern konnte und mittlerweile leckt sich selbst die CDU die Finger nach diesem potentiellen Koalitionspartner. Umweltschutz ist hip und mittlerweile ist auch dem letzten Rechtskonservativen klar, dass es mit Klima und co. nicht so weitergeht wie bisher. Manche wollen es nicht wahr haben und steuern aus Profitgier die Welt weiter in die Katastrophe, aber vordergründig schreibt man sich auch in diesen Kreisen den Umwelt- und Klimaschutz groß auf die Fahnen.

Möglicherweise wird das Problem der sozialen Ausbeutung durch "die Wirtschaft", deren Bekämpfung sich die Linke annimmt eine ähnliche, wenn auch schnellere Emanzipation zum ernst genommenen Thema durchmachen.

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