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Ora et labora

Mindestlohn - das ist das aktulle Reizwort in der Regierungskoalition. Wir leben mittlerweile in einem Land, wo es nicht wenige Vollzeitbeschäftigte gibt, die nicht von ihrem Lohn allein (Über-)leben können und TROTZ Vollzeitarbeit Hartz4 beziehen müssen. Diese Ungeheuerlichkeit könnte problemlos behoben werden, wenn ein Mindestlohn, wie er übrigends sogar in dem wirtschaftsradikalen Vorbild der USA üblich ist, eingeführt würde. Die christdemokratische Scheinheiligkeitspartei stellt sich jedoch quer und beharrt auf die Tarifautonomie von Arbeitgebern und Gewerkschaften; eben jene Gewerkschaften übrigends, die diese Löhne in den Tarifabschlüssen überhaupt erst zugelassen haben. Im Gegenzug will ausgerechnet diese Partei, die (teilweise zurecht) an allen Fronten gegen Subventionen wettert, den Hinzuverdienst von Arbeitslosengeld2-Empfängern deutlich anheben und unterstützt damit gezielt eine Lohnsubvention und Dumpinglöhne, da natürlich auch ein Hartz4-Empfänger eine vollwertige Arbeitskraft darstellt. Ist eben jener Hartz4-Bezieher dann auch noch (verhältnismässig) gut ausgebildet, so kann er nach den Plänen der Union einer Arbeit nachgehen, die ihm Hartz4+400€ Zuverdienst = 745€/Monat netto auf dem Konto prangen lässt. Da für die sogenannten "Minderbeschäftigten" jedoch vom Arbeitgeber keine Sozialabgaben und Steuern zu entrichten sind, entfallen die Lohnnebenkosten und er stellt eben jenen Hartz4-Empfänger anstelle eines "normalen" Arbeitnehmers an. Der Hartz4-Empfänger andererseits freut sich im Optimalfall natürlich auch über dieses Konzept, da er ja netto ja in etwa so viel auf dem Konto hat, als hätte er einen ~1300€brutto Job. Dieses Subventionsmodell, von dem im Endeffekt nur die Radikalwirtschaft profitiert zieht also zwangsläufig ein weiteres Ausbluten der Sozial- und Rentenkassen und eine Inflation der Arbeit nach sich was langfristig in Unruhen und Krieg oder gar Bürgerkrieg enden wird.

Die nächste Revolution kommt bestimmt. Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät. Aber ich vermute das Klima wird bis dahin von uns eh nicht mehr viel übrig gelassen haben.

""In Deutschland wird es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müsste." - Josef Stalin
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Kommentare (2)  Permalink

Kommentare

Overkill @ 04.03.2007 23:13 CET
Ganz so unrecht hatte der Herr Stalin da nicht mit seiner Aussage. Der politisch desinteressierte Otto Normalempfänger ist heute zu einem Aufstand oder gar einem Krieg doch gar nicht mehr zu bewegen. Läuft ja auch sicher was Besseres auf RTL2.
knuble @ 05.03.2007 15:26 CET
die ausschlaggebende frage bei Revolutionen in der deutschen Mittelschicht ist einzig und alleine auf welche seite die Bild sich stellt. Ich schätze zwar gegen die Regierung und zum volk aber im Zweifel gegen die linken ;)

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