BlogÜber mich

USA vs. Iran

Ich stolperte heute über diesen Kommentar und war durchaus irritiert. Auf der einen Seite schießt diese überspitzte Demagogik, wie man sie eigentlich nur von einer gewissen Zeitschrift aus dem Hause Axel Springer gewohnt ist, natürlich deutlich übers Ziel hinaus, denn die USA haben in der Vergangenheit lange und ausführlich unter Beweis gestellt, dass sie nicht der beste Freund des "Weltfriedens" sind und ihre strategischen und wirtschaftlichen Interessen grundsätzlich höher bewerten als "den lieben Frieden". Aber dennoch sollte der Artikel Grund zum Nachdenken geben; denn wenn die Frage wirklich lautete: "Wen halten Sie für die größere Gefahr für den Weltfrieden: Die USA oder den Iran?" und dann dennoch mehr Befragte für (gegen) die USA votierten, dann kann man natürlich geteilter Meinung sein, ob diese mehrheitliche Ansicht "nur" dem in Mode gekommenen Antiamerikanismus entspringt. Andererseits muss man Argumente, die solch einer Position die in dieser Frage den Nährboden liefern natürlich nicht auch allzu lange suchen. Das eigentliche Problem ist, dass man nicht wirklich fundiert gegen eine solche Meinung argumentieren kann, da man ja durchaus sagen muss, dass die USA grundsätzlich ohnehin nur noch vor Atomwaffen Angst haben und auch Länder von denen sie keinen atomaren Erstschlag zu befürchten haben nur in Feind, potentieller Feind und Neutral unterteilen. Denn dass ihnen ihre eigenen Interessen auch "unter Freunden" grundsätzlich vorgehen sieht man an Meldungen wie z.B. denen über die "Backdoor" im Galileo-System (was unterm Strich nun wirklich in den Verträgen steht und was nicht und was dann von der EU bzw. den USA eingehalten und oder gebrochen wird, wird man wohl nie erfahren). Desweiteren haben sie in all ihren Kriegen ihr friendly-fire geradezu perfektioniert, wie immer wieder neue Meldungen bestätigen. Mit Blick auf den inflationärer Umgang mit (präventiven) Angriffskriegen, den die USA gegenüber Nicht-Atommächten an den Tag legen, ist die Haltung des Iran unter allen Umständen und gegen jede Widrigkeit zur Atommacht zu werden, sogar absolut nachvollziehbar. Nordkorea hat es vorgemacht. Lässt man die Aussagen Ahmadineschads Israel von der "Landkarte tilgen" zu wollen mal außen vor, so würde ich mir eine Atomwaffe in iranischen Händen keine viel größeren Sorgen machen, als all die Kernwaffen, die eh schon so in der Welt rumstehen. Selbst mit dieser Aussage sehe ich die Zukunft nicht zu schwarz, denn Israel hat ebenfalls Atomwaffen und der Iran wird auch sehr genau wissen, dass es zu einer "mutual destruction" kommen wird, wenn sie "die Bombe" gegen Israel einsetzen. Hier sei daran erinnert, dass die USA das einzige Land sind, die es je wagten eine Nuklearwaffe einzusetzen und das gleich zweimal. Das eigentliche Problem mit der iranischen Atomwaffen bekommt die Welt auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Denn auf einmal ist da ein arabisches Land, das zur Liga derer, die die Welt vernichten können, gehört. So gesehen geht die Taktik des Iran schlussendlich auch auf. Sie müssen sich auch nach Ende der Irak-Bindung der USA keine größeren Sorgen vor einer US-Invasion machen und ihre Stimme bekommt ein stärkeres Gewicht in der Welt. Unterm Strich zeigt sich, dass die hegemoniale Politik der USA einen bedeutenden Einfluss auf die Weltsicherheit und auch den "Weltfrieden" hat; nur leider ist er nicht positiv.

Wenn man also die US Position befürwortet, wie es der Artikel ja indirekt tut, dann muss man auch direkt eine Invasion des Iran befürworten. Da die USA im Irak gebunden sind, müssen halt "wir" den Iran angreiffen. In diesem Sinne:

auf Los geht's los...
Ähnliche Beiträge:
"Problem der Meinungsfreiheit"
Beschneidung
Urheberrecht vs. Realität
Subventionen und Sozialstaat
Stasi 2.0
 Permalink

Große Haie, kleine Fische

Man muss sich schon sehr die Augen reiben, wenn man sich die immer wieder neu eintrudelnden Meldungen rund um das "Urheberrecht der Musikindustie" durchliest. Was vor wenigen Jahren noch völlig legal und als sogenannte "Privatkopie" sogar gesetzlich verankert war steht seit wenigen Jahren mit dem Aufkommen der Tauschbörsen unter juristischem und legislativem Dauerbeschuss. Dabei hat die Politik sich wie zu erwarten war in erster Linie an die Lobbyisten der Industrie gekuschelt denn an die Belange der Bevölkerung oder Künstler, die eigentlich die wirklich Betroffenen sind da das Urheberrecht in Deutschland nicht übertragbar ist. Aber aufgrund einer schleierhaften Gesetzgebung ist es nun so gekommen, dass die Musikindustrie munter jede x-beliebige Privatperson wegen "Peanuts" auf Unsummen verklagen kann und dabei als Rechte eingeräumt bekommt, wo manch eine Exekutivbehörde vor einiger Zeit noch schwer drum kämpfen musste. Wirklich groteske Stilblüten treibt das Ganze. Bei all dem juristischen Gehacke wird die Realität bei Bertelsmann, Sony, RIAA und wie sie alle heißen anscheinend völlig verdrängt. Stattdessen klagt man munter drauf los und macht sein Geschäft mit Praktiken, die deutlich an Erpressung erinnern. Ich hoffe die Legislative kommt bald zur Vernunft und bereitet dieser Abzocke ein Ende. Ich für meinen Teil werde jedenfalls keine Titel mehr kaufen, die von einem Label vermarktet werden, welche mit solchen oder ähnlichen Machenschaften glänzen. Zum Glück komme ich auch nicht groß in Versuchung bei diesen Unternehmen etwas zu "stehlen" geschweigedenn zu kaufen, denn die meisten Mainstream-Machwerke, die die Musik nennen, tun mir nur in den Ohren weh.

Kommentare (1)  Permalink

Raketenschilde und andere Bedrohungen

Derzeit wird brennend über den "Raketenschild", den die USA in Polen aufstellen wollen, diskutiert. Meist wird dabei auf Grundlage außenpolitischer Verpflichtungen und dem mahnenden Finger eines neuen Wettrüstens argumentiert bzw. die "Belanglosigkeit" der 10 geplanten Abfangraketen für Russland angesichts deren tausendfachen Überzahl an deren Atomraketen angeführt. Wieder andere argumentieren, dass die USA mit diesen Raketen ja auch uns vor einer möglichen atomaren Bedrohung aus dem mittleren Osten beschützen. Die Argumente für sich sind allesamt ebenso richtig wie lächerlich, denn das eigentliche Problem, was Deutschland und Europa (ebenso wie Russland) mit diesem "Raketenschild" und sei er noch so Iran-gerichtet, haben sollte, ist nicht das Geplänkel, was derzeit aufgezogen wird, sondern die Tatsache das die USA seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihrer Phantasie von einem unverwundbaren Amerika nacheifern und alles andere dabei als völlig zweitrangig ansehen. SAGE, NORAD, WWMCCS, SDI (StarWars) und einige weitere ICBM und Anti-ICBM-Programme der USA sowie die Doktrin, dass (West-)Deutschland zu Zeiten des kalten Krieges als Aufmarsch- und Schlachtfeld und der Rhein als Rückzugsline gesehen wurde, seien an dieser Stelle zu nennen. Wenn also nach Nagasaki noch einmal eine "taktische" Atomwaffe zum Einsatz gekommen wäre, die nicht gleich in einer kompletten Einäscherung des Planeten aufgrund des russischen Gegenschlags geendet hätte, so wäre sie höchstwahrscheinlich als "Abschreckung" in Ostdeutschland hochgegangen. Die oben genannten Systeme haben übrigens derart häufig Fehlalarme produziert, dass die Welt mehrere Male vor der Vernichtung stand und nur aufgrund von Befehlsverweigerung einzelner Offiziere, die sich nicht wie vorgesehen "blind" auf die Technik verlassen haben, "gerettet" wurde. Selbiges galt natürlich auch für die sowjetische Seite. Nur sind dort die Zwischenfälle nicht so gut dokumentiert.

Nun warum führe ich das in Bezug auf diese "läppischen" 10 Abwehrraketen aus!? Ganz einfach: Diese Raketenstellung ist Teil dieser amerikanischen Allmachtsphantasie, wie auch immer sie aktuell genannt wird. Sie ist ein klitzekleines Teil im gesamten Puzzle, welches ein Bild ergibt vor dem sich JEDER Nicht-US-Bürger fürchten muss, denn die USA, die gerade eine Politik der "präventiven Kriegsführung" verfolgen, sehen in diesem Gesamtkonzept die Welt als großen Kriegsschauplatz an. Sie könnten problemlos diese Raketen im eigenen Land stationieren und anfliegende ICBMs über dem Atlantik oder Pazifik abschießen (je nachdem von welcher Seite sie anfliegen), aber damit würden sie ihr "Homeland" in den Kriegssandkasten einbauen. Und selbst wenn man mal annimmt, dass diese Raketenstellung AUSSCHLIESSLICH und FEHLERFREI für das vorgegebene Szenario zum Einsatz kommt und eines Tages eine auf die USA gerichtete Atomrakete des Iran oder Nordkoreas abschießt; wo geht denn diese Rakete dann nieder!? Genau! In Europa oder der ehemaligen UDSSR. Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht, wenn die Abfangrakete von Polen aus gestartet wird.

Darüber sollten sich unsere Politiker mal den Kopf zerbrechen und nicht über kurzzeitige Vor- oder Nachteile für die aktuellen internationalen Beziehungen oder abstrakte Angst vor neuem Wettrüsten. Dies interessiert die USA und Russland in dem Fall nämlich auch nicht sonderlich. Bei gewissen Stellen dürfte diese Debatte regelrecht lächerlich wirken.

Ähnliche Beiträge:
"Problem der Meinungsfreiheit"
Beschneidung
Urheberrecht vs. Realität
Subventionen und Sozialstaat
Stasi 2.0
Kommentare (1)  Permalink

Politik der sozialen Kälte

Was viele aufmerksame Beobachter schon seit langem prophezeien wird nun endlich ganz offen debattiert: Die endgültige Abschaffung des Sozialstaates.
Was bisher von der Politik immer als "notwendiger Wandel zur Erhaltung des Sozialstaates" oder als "Umbau der Sozialkassen" deklariert wurde hat nach wie vor nur ein Ziel, dass nun offen diskutiert werden darf. Der, auch an dieser Stelle schon vorhergesagte, Zusammenhang zwischen der zunehmenden Abschaffung von Solidarität auf der einen und der zunehmende Ausbau des "Antiterror"-Staates auf der anderen Seite, wird bald auch sein wahres Gesicht offenbaren, wenn deutlich wird, dass all diese Maßnahmen (Videoüberwachung, Biometrische Datenerfassung, Onlinedurchsuchungen etc.pp.) sich in erster Linie nicht gegen die "pösen Islamisten" sondern gegen die benachteiligten Bürger, die über kurz oder lang den Aufstand proben werden, gerichtet sind. Sehr schön ins Bild dieser Meldung passt auch der Kompromiss zum Bleiberecht, über dessen Problematik, dass etwa 150000 "Null-Euro-Jobber" auf den Arbeitsmarkt strömen werden ich mich bereits ausgelassen habe und die Unternehmenssteuerreform. Naja, irgendwo müssen die Milliarden, die die Konzerne so anhäufen ja herkommen. Der freie Markt frisst den Staat und seine Bürger, die Natur und schlussendlich sich selbst langsam aber sicher auf.
Ähnliche Beiträge:
"Problem der Meinungsfreiheit"
Beschneidung
Urheberrecht vs. Realität
Subventionen und Sozialstaat
Stasi 2.0
 Permalink

Ora et labora

Mindestlohn - das ist das aktulle Reizwort in der Regierungskoalition. Wir leben mittlerweile in einem Land, wo es nicht wenige Vollzeitbeschäftigte gibt, die nicht von ihrem Lohn allein (Über-)leben können und TROTZ Vollzeitarbeit Hartz4 beziehen müssen. Diese Ungeheuerlichkeit könnte problemlos behoben werden, wenn ein Mindestlohn, wie er übrigends sogar in dem wirtschaftsradikalen Vorbild der USA üblich ist, eingeführt würde. Die christdemokratische Scheinheiligkeitspartei stellt sich jedoch quer und beharrt auf die Tarifautonomie von Arbeitgebern und Gewerkschaften; eben jene Gewerkschaften übrigends, die diese Löhne in den Tarifabschlüssen überhaupt erst zugelassen haben. Im Gegenzug will ausgerechnet diese Partei, die (teilweise zurecht) an allen Fronten gegen Subventionen wettert, den Hinzuverdienst von Arbeitslosengeld2-Empfängern deutlich anheben und unterstützt damit gezielt eine Lohnsubvention und Dumpinglöhne, da natürlich auch ein Hartz4-Empfänger eine vollwertige Arbeitskraft darstellt. Ist eben jener Hartz4-Bezieher dann auch noch (verhältnismässig) gut ausgebildet, so kann er nach den Plänen der Union einer Arbeit nachgehen, die ihm Hartz4+400€ Zuverdienst = 745€/Monat netto auf dem Konto prangen lässt. Da für die sogenannten "Minderbeschäftigten" jedoch vom Arbeitgeber keine Sozialabgaben und Steuern zu entrichten sind, entfallen die Lohnnebenkosten und er stellt eben jenen Hartz4-Empfänger anstelle eines "normalen" Arbeitnehmers an. Der Hartz4-Empfänger andererseits freut sich im Optimalfall natürlich auch über dieses Konzept, da er ja netto ja in etwa so viel auf dem Konto hat, als hätte er einen ~1300€brutto Job. Dieses Subventionsmodell, von dem im Endeffekt nur die Radikalwirtschaft profitiert zieht also zwangsläufig ein weiteres Ausbluten der Sozial- und Rentenkassen und eine Inflation der Arbeit nach sich was langfristig in Unruhen und Krieg oder gar Bürgerkrieg enden wird.

Die nächste Revolution kommt bestimmt. Hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät. Aber ich vermute das Klima wird bis dahin von uns eh nicht mehr viel übrig gelassen haben.

""In Deutschland wird es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müsste." - Josef Stalin
Ähnliche Beiträge:
"Problem der Meinungsfreiheit"
Beschneidung
Urheberrecht vs. Realität
Subventionen und Sozialstaat
Stasi 2.0
Kommentare (2)  Permalink

kleiner Spass am Rande

Der letzte Eintrag ist schon fast einen Monat her und obwohl ich mir immer vornehme mal wieder etwas niederzuschreiben, habe ich mich bis jetzt nicht dazu durchringen können. Naja, ich vermute das Blog liest ohnehin niemand.. man könnte ja mal ne kleine "Volkszählung" starten. Also jeder, der (noch) liest und mit dem bisherigen Content zufrieden ist, möge unter diesen Eintrag kommentieren. Wenn genug zusammenkommen gelobe ich Besserung :)
Aber das ist nicht der eigentliche Grund, wieso ich schreibe. Ich möchte heute mal eine kleine Anekdote aus meinem Internetalltag ausplaudern, wie sie sich eben zugetragen hat:

Auf Bildblog fand ich diesen Eintrag, worauf ich mich an einem virtuellen Flashmob, welcher in dem entsprechenden Bildzeitungs-Forum losging beteiligte. Der Grund wieso ich das hier erwähne ist, dass alle meine Beiträge, die ich "scherzhaft" postete noch vorhanden sind, weil im entsprechenden "Fragenforum" die Moderatoren entweder nicht anwesend sind/waren oder aber nicht gleich alles zensieren. Jedoch die Moderatoren im "Bundesligaforum", wo ich mich an einer 'ernsten Diskussion' über Mainz05 beteiligte, waren nicht so zimperlich, sperrten meinen Account und löschten den kompletten Thread, weil ein gewisser bildblogDE ihn gestartet hatte und ich mit einer Signatur, die auf bildblog.de verwies, eben auch in jenen Thread schrieb.

Freie Meinungsäusserung muss beim AxelSpringer-Verlag nunmal "systemkonform" sein sonst wird zensiert; selbst in Onlineforen. Wie in der "guten alten Zeit"...
Ähnliche Beiträge:
"Problem der Meinungsfreiheit"
Beschneidung
Urheberrecht vs. Realität
Subventionen und Sozialstaat
Stasi 2.0
Kommentare (4)  Permalink
1-6/6